Naturheilpflanzen 30. Folge

Gänsefingerkraut (Potentilla anserina) auch Gänsewiß, Silberkraut, Grensel, Anserine, Krampfkraut oder Säulkraut.

Gänse-Fingerkraut wächst da am Besten, wo Gänse sich am liebsten aufhalten. Das Gänse-Fingerkraut ist eine kriechende, krautige Pflanze, die eine Höhe von 10 cm (0,10 m) bis 20 cm (0,20 m) erreicht. Sie bildet ein bis zu 20 cm (0,20 m) langen Stängel aus der eine Vielzahl an Blättern wachsen, die auf der Oberseite behaart sind. Das Gänse-Fingerkraut blüht zwischen Mai und August. Je Blüte entstehen zahlreiche Früchte, die sich bei der Reife von den Blüten ablösen. Vor allem auf nährstoffreichen Wiesen (Gänseweiden), auf Äckern und an Wegrändern findet man ganze Teppiche dieser Pflanzenart. Man findet das Gänse-Fingerkraut verbreitet zwischen frischen Rasen, an Wegen, Ufern, vor allem in Dörfern. Es liebt dichten, feuchten, lehmig-tonigen Boden und gedeiht auch auf steinigen Untergrund. Seine Heimat war in Mittel- und Nordeuropa. Im 15. Jahrhundert n. Chr. wird das Gänsefingerkraut in einem Kräuterbuch erwähnt. In der germanischen Heilkunde wird das Gänsefingerkraut wahrscheinlich schon sehr lange verwendet, worauf auch die Anwendung in Milch hindeutet, die bei den Germanen sehr beliebt war.

Gnsefingerkraut

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Für den Garten: Da es in der Natur so reichlich vorkommt, muss man nicht unbedingt ein Beet anlegen.

Heilkräftig sind die Blätter während der Blütezeit von Mai bis August. Für einen Tee übergießt man zwei Teelöffel des getrockneten Kraut mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt den Aufguss 10 – 15 Minuten ziehen. Die Volksmedizin kennt auch das Kauen der Wurzel, z.B. bei Zahnfleischentzündung.

Anwendung: Es ist hilfreich bei Durchfall, Blutungen und Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches. Die Volksmedizin setzt das Krampfkraut generell bei krampfartigen Beschwerden, der Muskulatur (Wadenkrämpfe), Unterleibsschmerzen mit Krämpfen und bei Menstruationsbeschwerden ein.

Naturheilpflanzen 29. Folge

Holunder (Sambucus nigra)

Holunder1JPGDem Hause am nächsten stand der Holunderbusch, jetzt ist er vielfach verdrängt und ausgerottet. Es sollte kein Wohnhaus geben, wo er nicht als Hausgenosse in der Nähe wäre, denn am Holunderbaum sind die Blätter wirksam, die Blüten, die Früchte, die Rinde und die Wurzeln. Der Holunder ist eine der in Mitteleuropa häufigsten Straucharten. Ebenfalls anzutreffen ist er im restlichen Europa, in Westsibirien, im nördlichen Indien, dem Kaukasus, Kleinasien und in Nordafrika. Seine Blüten und Früchte finden vielfach Verwendung als Heilmittel. Er wird bis zu 11 m (110 cm) groß, mit vielen Ästen und Zweigen. Die Blätter entwickeln sich etwa von März bis April. Ab Mai bis in den Juli erscheinen an den jungen Trieben viele Blüten. Ihr fruchtig-frischer Duft ist unverwechselbar und typisch für den Holunder. Die weißen oder leicht gelblichen Blüten sind in der Regel fünfzählig. Ab August und September beginnen die Anfangs roten, später schwarzen, etwa 6 mm ( 0,6 cm ) großen Beeren zu reifen. Sie besitzen einen roten Saft und während diese Früchte reifen, färben sich auch die Stiele.HolunderJPG

Für den Garten: Wer sich über den Holunder mal informiert hat und seine Vorzüge erkennt, der wird sich bestimmt einen oder mehrere Samen besorgen und sie anpflanzen.

Heilkraft steckt in der ganzen Pflanze ( aber Vorsicht auch hier sind bestimmte Regeln und Wissen Voraussetzung ).

Anwendung: Bei Grippe, Erkältung und Fieber nimmt man einen gehäuften Teelöfel Holunderblüten auf eine Tasse und übergießt die Blüten mit kochendem Wasser. Das lässt man 10 Minuten ziehen und trinkt den Tee dann schluckweise.

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Naturheilpflanzen 28. Folge

RauteJPGRaute (Ruta graveolens) auch Gartenraute oder Weinraute

Diese edle, heilkräftige Pflanze ist in ihrer vorzüglichen Wirkung leider noch allzuwenig bekannt. Die Gewächse reden mit uns über ihre Gerüche und Düfte. Die Raute wirkt, wie und wo immer sie angewendet wird, stärkend und kräftigend. Wer nur ein Blatt kaut, kann diese Wirkung alsbald auf der Zunge spüren und dazu belebt der Geschmack die ganze Mundhöhle. Er tut wohl und hält längere Zeit an. Zu seiner Herkunft wird beschrieben, das die Pflanze aus den Mittelmeerländern stammt und schon bei den Römern begehrt war. Die Weinraute ist ein Halbstrauch mit holzenden unteren Zweigen und einer Wuchshöhe von bis zu 1,00 m (100 cm). Die fein geteilten Laubblätter fallen durch ihre Blättchen und ihre blaugrüne Farbe auf. Die leichtgelben, fast geruchlosen Blüten erscheinen von Juni bis August. Es werden kugelartige Früchte gebildet.

Für den Garten: Gartenbesitzer pflanzen die Raute gerne wegen ihrer Farbe und Form an. Sie schätzen natürlich auch die heilsamen Eigenschaften.

Heilkraft und Anwendung sollte man Fachbotanikern und Medizinern überlassen, da bei falscher Dosierung körperliche Schäden nicht auszuschließen sind.RauteJPG1

In der heutigen Küche werden die Blätter der Weinraute als Charaktergewürz der antiken römischen Küche angesehen. Die Blätter haben einen intensiven Geschmack, weswegen man sparsam damit umgehen muss. Die Würze wird zu verschiedenen Fleischgerichten (Wild, Hammel), zu Eiern, Fisch und Streichkäse, Salat, Soße, Gebäck und Kräuterbutter empfohlen. Wegen der speziellen Wirkung der Weinraute sollten Schwangere das Gewürz meiden.

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Naturheilpflanzen 27. Folge

Vogelknöterich (Polygonum aviculare) auch Wegtritt genannt.

">>Es wächst ein Kräutlein ganz unbeobachtet, gewöhnlich um die Häuser herum<<"

VogelknterichJPG1Bauerngehöfte, Dorfhäuser, Gassen und Wege sind die Heimat dieses Gewächses. Unter den Alt- und Langzeitbewohnern im ländlichen Gegenden nennt man die Pflanze auch Wegtritt. Den Namen hat das Kraut weil man gewöhnlich darübergeht. Der Vogelknöterich ist eine Pionierpflanze. Er gedeiht auf wenig nährstoffreichen, humosen oder trockenen, rohen Stein-, Sand- und Lehmböden. Botaniker nennen das Kraut Trampelpflanzen, weil man auf ihnen herumtrampeln kann, ohne dass es ihnen schadet. Der Vogelknöterich ist eine Sommerpflanze. Seine Vermehrung erfolgt durch wurzelnde Ausläufer. Die Wurzeln reichen 25 cm (0,25 m) bis 80 cm (0,80 m) in die Tiefe. Die meist niederliegenden, selten aufrechten Stängel sind 5 cm (0,05 m) bis 60 cm (0,6 m) lang. Die Laubblätter sind und grün- bis blaugrün. Seine jungen Blätter führen nachts Schlafbewegungen aus, indem sie sich aufrecht stellen und aneinander legen. Der Vogelknöterich ist in Mitteleuropa sehr häufig. Er gedeiht von der Ebene bis ins Gebirge, in den Alpen bis in eine Höhenlage von 1.200 Meter (1,2km), im Schwarzwald bis 1.360 Meter (1,36 km). Die Blütezeit reicht meist von Mai bis Oktober.

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VogelknterichJPG

Für den Garten ist das Kraut ungeeignet.

Die Heilkraft kommt aus den Blüten und Blättern, wo sich die heilende Kieselsäure befindet.

Anwendung: Vogelknöterich verwendet man üblicher Weise als Tee, 1 Esslöffel mit 3 Tassen Wasser 10 bis 15 Minuten kochen und diese Menge über den Tag verteilt trinken. Die kieselsäurereichen Pflanzen müssen bei der Zubereitung gekocht werden, weil man sonst die Kieselsäure nicht in genügenden Maße aus ihnen befreien kann.

Naturheilpflanzen 26. Folge

PfefferminzJPGBild: de.wikipedia.org

Pfefferminze (Mentha piperita)

Die Pfefferminze ist eine sehr altbekannte Heilpflanze. Sie stammt aus Ostasien und ist bei uns nur in der Kultur zu züchten. Botanisch gesehen ist sie ein Bastard aus mehreren Minzenarten, wahrscheinlich solchen, die nur in Innerasien wild vorkommen. Sie wird bei uns niemals reif und vermehrt sich nur durch Wurzelstöcke. Die 30 cm bis 90 cm (0,30 m - 0,90 m) hohe Pfefferminze ist eine frostharte, ausdauernde Staude, die flach wurzelt und zahlreiche unter- und oberirdische Ausläufer entwickelt. Die Stiele sind behaart und wenig verzweigt, bei manchen Herkünften sind sie rötlich überzogen. Die Laubblätter sind gezähnt und häufig mit einer violetten Ader versehen. Ab Juli bis September erscheinenden rosa bis lila blühende Blüten.

Für den Garten: Sie braucht einen humosen, etwas feuchten Boden und Licht. Da man sie feldmäßig anbauen und leicht ernten kann ist sie recht pflegeleicht.

PfefferminzJPG1Die heilende Wirkung kommt aus den Pfefferminzblättern (Folia Menthae piperitae), in denen das Pfefferminzöl aufbewahrt ist. Es enthält eine ganze Menge an Substanzen wovon das Bekannteste das Menthol ist. Die Pfefferminze ist auch eine beliebte Gewürzpflanze. Anzuwenden ist die Pfefferminze bei Magenblähungen und wirkt in erster Linie beruhigend auf den Darm, weiterhin anregend auf die Galle, beruhigend auf die Magenschleimhaut und hilft außerdem gegen Brechreiz und Übelkeit.

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