Naturheilpflanzen 35. Folge

Brunnenkresse (Nasturtium officinale) auch Wasserkresse.

Die Brunnenkresse ist eine alte Heilpflanze und wächst bei uns überall „wild“. Vorzugsweise findet man das Kraut an feuchten Stellen wie Quellen und Gräben. Sie wurde schon in alten Zeiten gern in Gärten angepflanzt und war ein regelmäßiger Bestandteil der Frühlingskräuter, die man zu den sogenannten „Frühlingskuren“ verwandte. Sie hat hohle, runde Stängel, die zwischen 15 cm (0,15 m) und 80 cm (0,80 m) sind und im Wasser liegen. Sie blüht ab Ende Mai, teils auch ab Juni bis Juli. Dann entstehen vielblütige, lockere Blütenstände. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der echten Brunnenkresse befindet sich in Europa, Nordafrika und Asien. Sie wächst mittlerweile überall auf der Welt. Bereits Griechen und Römer verwendeten Brunnenkresse. Zu damaliger Zeit wurde sie aber noch nicht kultiviert, sondern an natürlich vorkommenden Standorten gesammelt.

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Für den Garten: Brunnenkresse bevorzugt fließende, nährstoffreiche Gewässer in sonniger bis halbschattiger Lage. Da wäre ein Goldfischteich ratsam. Die echte Brunnenkresse besitzt einen frischen, leicht scharfen Geschmack. Er erinnert geschmacklich an die verwandte Gartenkresse. Verwendung findet Brunnenkresse wie Gartenkresse in Suppen, Salaten und der Heilmedizin.

Diese alte Heilpflanze gilt als Aphrodisiakum und appetitanregend, stoffwechselfördernd, harn- und wehentreibend. In der Naturheilkunde wird sie für die "Entschlackung" von Leber, Lunge und Magen empfohlen. Außerdem soll sie bei Zuckerkrankheit Diabetes mellitus helfen. Sie wird bei Frühjahrskuren und gegen Rheuma verwendet. Äußerlich angewendet dient sie als Haartonikum. Schon im 17. Jahrhundert galt die Brunnenkresse wegen ihres Vitamin-C-Gehaltes und seiner blutreinigenden und blutaufbauenden Wirkung als geschätztes Mittel. Zusätzlich wird sie als entzündungshemmend für die Mundschleimhaut empfohlen.

Naturheilpflanzen 34. Folge

Bockshornklee (Trigonella foenum graecum) auch Kuhhornklee, Ziegenhorn, Hirschwundkraut, Methika, Siebenzeiten, Rehkörner, feine Grete, Filigrazie, Schöne Margreth, Stundenkraut, und Philosophenklee.

Der lateinische Name des Bockshornklees bedeutet: „griechisches Heu“. Das weist schon darauf hin, dass es sich um eine Pflanze aus den Mittelmeerländern handelt, die bereits in alten Zeiten gerne verwandt wurde. Der Bockshornklee bevorzugt Standorte mit viel Sonnenlicht und eher lehmigem Boden und wächst als krautige Pflanze auf. Die Wuchshöhe liegt bei etwa 30 cm (030 m) bis 80 cm (0,80 m). Die gesamte Pflanze hat einen unverkennbaren starken Geruch. Von ihr werden eine lange Wurzel und kleine Seitenwurzeln gebildet. Die Stängel sind verzweigt und tragen weißgelbliche Blüten. Die Blütezeit beginnt im April und endet ca. im Juli. Über Europa, Afrika, den Nahen Osten, Indien, China und Australien ist der Bockshornklee verbreitet. Noch heute kommt der Bockshornklee bis ins südliche und mittlere Deutschland wild vor. Kleinere Mengen werden auch für Stilltees noch in Deutschland angebaut.

Für den Garten: Unbedingt zu empfehlen!

Heilkräftig sind die Samen, die man frisch, getrocknet oder in Pulverform oral einnimmt. Arabische Ärzte lehrten, dass sich nach einer Anwendung von abgekochten Bockshornkleesamen Schuppen und Haarausfall reduzieren und die Haare gelockter werden. In Indien wird der Bockshornkleesamen als Aromatikum, Carminativum, Tonikum und Aphrodisiakum und ein Aufguss bei Pocken zur Kühlung eingesetzt. Der Bockshornklee fand aber auch frühzeitig in der Gartenkunst im Kaiserreich China Verwendung. Nördlich der Alpen bemühten sich Benediktinermönche, ihn in den Klostergärten zu akklimatisieren Hildegard von Bingen beschreibt ihn als Heilmittel gegen Hautkrankheiten. Durch Pfarrer Kneipp wurde die Verwendung des Bockshornklees in der Volksheilkunde wieder neu belebt. Die starke Nachfrage löste bei Gartenbesitzern und Bauern den Wiederanbau aus. Kneipp lobte diese Heilpflanze bei jedem Anlass und setzte sich für deren Anbau ein. Dies sind bekannte Heilmittel zum Auflösen von Geschwülsten und Geschwüren.BockshornkleeJPG Anzuwenden bei Geschwülsten oder Geschwüren, Hauteiterungen oder Ekzeme, Nasennebenhöhlenentzündungen, Rheuma oder Atemwegsbeschwerden. Dazu werden 50 Gramm Samen gemahlen und mit 250 Milliliter (¼ liter) Wasser zu einem Brei verkocht. Von stillenden Frauen wird Bockshornklee als milchbildendes Mittel verwendet. Bockshornkleesamen sind als Tee, als Pulver oder als fertige Auflagen erhältlich. Des Weiteren verkaufen Reformhäuser und Apotheken Bockshornsamenpulver oder Bockshornsamenkonzentrat.

Naturheilpflanzen 33. Folge

Blutwurz (Potentilla tormentilla), auch Rotwurz, Ruhrwurz, Natterwurz, Dilledapp, Durmentill, Tormentill oder Siebenfinger

Die Blutwurz oder Tormentilla-wurz hat ihren Namen daher, das der Wurzelstock rot anläuft, wenn man ihn durchschneidet. Das erfolgt durch einen roten Farbstoff, den die Pflanze produziert. Die Blutwurz ist eine krautige Pflanze, die eine Höhe von 10 cm (0,10 m) bis 30 cm (0,30 m) erreicht. Sie wächst aus einer kräftigen Wurzel und durchdringt kriechend das Erdreich, verholzt dabei und ist innen blutrot. Der Stängel ist oben mit mehreren dünnen Ästen versehen und trägt die Blätter. Die Blütezeit beginnt im Mai und endet im Oktober. Die Bestäubung (Befruchtung) erfolgt durch Insekten. Die Blutwurz ist in ganz Europa verbreitet. Dabei bevorzugt sie Mischwälder, Heiden, Wiesen, Niedermoore mit nicht zu sauren Böden. In der Pflanzenheilkunde wird das schwarzbraune, ausgegrabene, in der Sonne getrocknete und zerkleinerte Rhizom verwendet. Teilweise als alkoholischer versetzter Auszug (Tinktur), oder als Tee.

Für den Garten ist die Blutwurz eine Bereicherung eines jeden Botanikers und Pflanzenliebhabers.

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Heilkräftig ist das Rhizom. Dieser Pflanzenteil (ein Stück zwischen den Wurzeln und Austrieben) beinhaltet die besonderen und helfenden Stoffe. Wie schon so oft beschrieben wird dieser Teil getrocknet, zerkleinert und zu Puder oder Tee verarbeitet.

Anzuwenden ist der Tee bei Durchfallserkrankungen und Problemen mit der Darmschleimhaut. Das Pulver hingegen wird bei Zahnfleischbluten und Parodontose verwendet. Dabei wird gegurgelt oder die betroffenen Stellen mit einem Pinsel bestrichen.

Naturheilpflanzen 32. Folge

Attich (Sambucus ebulus) auch Zwergholunder

Attich ist eine Pflanzenart aus der Gattung Holunder und ist eine ausdauernde Pflanze, die eine Höhe von 60 cm (0,60 m) bis 150 cm (1,50 m) erreicht und unterirdische Ausläufer bildet. Der Zwergholunder blüht von Juni bis August und hat weisse Blüten. Als Früchte werden schwarze, beerenartige Steinfrüchte gebildet (sehr giftig). Der Zwerg-Holunder hat einen unangenehmen Geruch. Seine Heimat ist der Mittelmeerraum, Europa bis einschließlich Deutschland. Aber auch im Iran zu finden. Da wächst sie an Gebüsch- und Waldrändern, auf Lichtungen und Ödland, sowie auf Waldschlägen und Staudenfluren. Im Tiefland tritt sie nur vereinzelt auf, ebenso in kalkarmen Gebieten. Sonst wächst sie gestreut, bevorzugt stickstoffreiche Böden.und ist bestandsbildend.

Für den Garten ungeeignet: Da sie zuviele unterirdische Wurzeln austreibt, die irgendwann im nächsten Jahr an vielen Stellen das Kraut aufwachsen lässt.

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Die Heilkraft kommt aus den Wurzeln. Die werden im Spätherbst geerntet und an der Luft grtrocknet. Die gedörrten Wurzeln oder das Pulver (zerriebene oder gemahlende Wurzelstücke) bewahrt man am besten in der Hausapotheke auf.

Anwendung: Die gewonnene „Arznei“ wirkt sich anregend auf die Nierentätigkeit aus und führt zur vermehrten Flüssigkeitsausscheidung. Dazu nimmt man für die Teezubereitung 1– 2 Teelöffel der Wurzel und kocht die Wurzelstücke 10 Minuten lang in einen viertel Liter Wasser. Den Tee trinkt man morgens und sollte daran denken, das die Harntätigkeit zunimmt. Stellt man die Flüssigkeit aus dem vorbereiteten Pulver her, so reichen 1 bis 2 Messerspitzen aus.

Naturheilpflanzen 31. Folge

Augentrost (Euphrasia officinalis) Augendank, Wegleuchte, Herbstblümle, Grummetblume, Augustkraut, Milchschelen oder Milchdieb.

AugentrostJPGde.wikipedia.org

In der Volksheilkunde findet auch der „Gemeine Augentrost“ Verwendung. Er trägt auch den Namen Wiesenwolf, den ihm die Bauern gegeben haben. Er kann mit seinen Wurzeln, benachbarten Pflanzen und Gräsern Nährstoffe direkt aus ihren Wurzeln entziehen und so das Wachstum seiner Nachbarn einschränken, sehr zum Ärger der Bauern. Durch den mangelhaften Wachstum der Gräser vermindert es den Ertrag des Weideviehs, dass dadurch weniger Milch produziert. Deshalb nennt man ihn Milchdieb und einen Schmarotzer. Nun aber seine guten Eigenschaften: Die Blütezeit ist in Mitteleuropa von Juli bis September. Der Verbreitungspunkt ist in Süd-, Mittel- und Westeuropa. In Österreich ist diese Art häufig anzutreffen. Die einjährige Pflanze erreicht eine Höhe von 5 cm (0,05m) bis 25 cm (0,25 m). Die Blüten sind weiß, häufig violett mit kleinen Äderchen durchzogen und haben auf den unteren Blütenblättern einen gelben Fleck. Die Blätter sind knapp einen Zentimeter lang und haben eine schöne Form. Im 14. Jahrhundert schrieb Arnoldus Villanovanus dem Augentrost ein ganzes Buch. Er war sogar davon überzeugt, dass diese Pflanze den Blinden das Augenlicht wiedergeben könne, was aber nach den heutigen Erkenntnissen nicht stimmt. In der Pflanzenheilkunde wird er noch heute in Augentropfen und -salben verwendet.

Für den Garten: Augentrost sollte man in einem Beet wachsen lassen, wo er anderen Pflanzen nicht unterirdisch schaden kann. Dazu gehört, dass man um sein Beet eine Furche zieht, die mit kleinen Betonborden, Dachziegeln, Mauersteinen oder alten Flaschen von den übrigen Beeten ausgegrenzt wird, damit seine Wurzeln nicht den anderen Wurzeln schaden.

Heilkräftig ist das getrocknete Kraut.

Anwendung: Insbesondere bei Entzündungen im Augenbereich (nicht der Augen selbst), aber auch bei Kopfschmerzen und regional bei Magenschmerzen findet der Augentrost Verwendung. Und so geht’s: Man nimmt einen gehäuften Teelöffel getrocknetes Kraut und überbrüht es mit einer Tasse kochendem Wasser. Der Sud wird 15 Minuten im abgedeckten Zustand in Ruhe gelassen. Anschließend wird ein Leinentuch in die Flüssigkeit getunkt und leicht ausgewrungen. Jetzt legt man sich aufs Bett und breitet das getränkte Tuch auf die geschlossenen Augen aus. Die Prozedur, mit dem immer wieder frisch feucht gemachten Tuch, wiederholt man 3 mal hintereinander und 3 mal täglich.