Naturheilpflanzen 40. Folge

Kümmel (Carum carvi) auch Wiesenkümmel (Weißer oder Roter), Echter Kümmel, Gemeiner Kümmel, Echter Schwarzkümmel oder Kreuzkümmel

Der Kümmel ist nicht nur ein bekanntes Gewürz, sondern auch ein geschätztes Heilmittel. Kümmel ist in Vorderasien und den Mittelmeerländern beheimatet. Die Verbreitung erstreckt sich heute bis nach Europa und Sibirien. Wahrscheinlich brachten Händler und Seereisende schon vor etwa 3000 Jahren v. Chr. den Kümmel von Land zu Land, von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf. Kümmel wächst wild an Wegrändern und Wiesen und bevorzugt sandige Böden, die lehmhaltig durchwachsen sind. Er blüht ab Mai bis in den Juli hinein und sollte bis August abgeerntet sein. Dabei wird er 30 cm (0,30 m) bis 60 cm (0,60 m), bei sehr guten Voraussetzungen auch bis 120 cm, groß (1,20 m). Geerntet werden die Samenkörner, die man aufteilt, ein Teil für die Zucht im nächsten Jahr, ein Teil zum Würzen von Lebensmitteln und ein Teil wird zu Drogen für die Medizin verwandt.  KummelJPG

Für den Garten bringen eine oder zwei Kümmelpflanzen keine wirkliche Ernte, dazu braucht es doch schon eine größere Anzahl. Aber um zu erleben, dass es im Garten auch funktioniert und wie der Geschmack des Kümmels aus dem Garten ist ist es doch allemal ein Versuch wert.

Heilwirkung: In der Naturheilkunde wird Kümmel eine appetitanregende Wirkung zugesprochen. Die Verdauung von fetten und blähenden Speisen wird unterstützt und bei Krämpfen und Koliken der Verdauungsorgane wirkt Kümmel lösend und entkrampfend. Dazu werden die Samen ganz den Speisen zugegeben oder zerrieben und als Droge eingenommen. In Säckchen gefüllte Kümmelfrüchte werden auch zur Linderung von Rheuma und Zahnschmerzen eingesetzt.

Naturheilpflanzen 39. Folge

CampherbaumJPGKampfer (Camphora) auch: Campher

Kampfer ist das Öl, das man durch Destillation (z.?B. Pflanzenteile in Wasser erhitzen und den Wasserdampf auffangen) aus dem Holz des Kampferbaumes gewinnt. Durch mehrmaliges Destillieren der ersten gewonnenen Flüssigkeit erhält man eine Tinktur, die man ätherisch nennt und man hat in dem Fall ätherisches Öl aus diesem Baum herausgekocht. Der aus Ostasien stammende Baum ist sehr hoch. Man sagt seine Ursprünge liegen auf der Insel Formosa. Kampfer ist ein uraltes chinesisches Heilmittel, das durch die Araber nach Europa gebracht wurde und die europäischen Medizinmänner/Frauen schnell die heilende Wirkung erkannten. Heutzutage weiss man das auch im Lorbeergewächsen das ätherische Öl vorhanden ist. Um es selber herzustellen, müsste man schon ein kleines Labor besitzen. Kampfer hat einen charakteristischen, wohlriechenden, holzigen Geruch.

Für den Garten ist es wahrscheinlich nicht möglich einen Kampferbaum großzuziehen, wäre aber schön, da er ein immergrüner Baum ist.

Heilwirkung: Gewonnen werden nach der Destillation: 1. Kampferspiritus und 2. Kampferöl. Beide sind zum Einreiben auf die Haut bei Rheuma und Neuralgien (Nervenschmerzen) einsetzbar. Dabei wirkt es anregend auf Kreislauf und Nervensysteme und auf schmerzende Stellen, zum Beispiel nach Massagen.

Naturheilpflanzen 38. Folge

Tausendguldenkraut (Erythraea centaurium) auch: Magenkraut, Sanktorikraut, Laurin, Roter Aurin, Bitterkraut, Gottesgnadenkraut, Fieberkraut, Hundertguldenkraut, Erdgallenkraut, Tausendgüldenkraut.

Welch merkwürdige Namen unsere Voreltern manchen Kräutern beilegten, sie kannten eben doch ihre wertvollen Heilungswerte. So stammt der Name Tausendguldenkraut, aus „tausend Gulden wert“, abgeleitet her. Auch bei dieser Pflanze, wie bei allen anderen von mir beschriebenen, liegt eine besondere heilende Wirkung an. Daher wurde das Echte Tausendgüldenkraut im Jahre 2004 zur Heilpflanze des Jahres gekürt. Tausendgüldenkraut ist in fast ganz Europa natürlich verbreitet und kommt vereinzelt auf Wiesen und Waldlichtungen sowie Anhöhen bis zu 1,2 km (1200 m) vor. Sie blüht von Juni bis September und öffnet ihre Blüte nur bei Sonnenschein, wobei es mindestens 20 Grad Celsius warm sein muss. Die krautige Pflanze wird etwa 50 cm (0,5 m) groß und bekommt rosarötliche Blätter die nach 5-6 Tagen abgeblüht sind.

TausendguldenkrautJPG

Für den Garten ist sie als Zierblume eine Bereicherung und sollte jedem Gartenbesitzer oder Hobby-Gärtner anlass bieten sie anzubauen.

Heilwirkung: Das Echte Tausendgüldenkraut wurde früher in der Volksheilkunde bei Erkrankungen der Leber und Galle sowie bei Fieber eingesetzt. Dabei wurden Blüten und Kraut geerntet, getrocknet und zu Tee zerkleinert. Heute geht man ins Reformhaus oder in die Apotheke wo man das fertige Produkt erwerben kann. Ein Aufguss der bitter schmeckenden zerkleinerten Pflanze (Droge) hilft bei Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen und Magen- und Darmgeschwüre.

Naturheilpflanzen 37. Folge

Ringelblume (Calendula officinalis)

Ringelblume

Die Herkunft der Ringelblume liegt wahrscheinlich im Mittelmeerraum, kommt jedoch verwildert in ganz Europa vor. Sie wächst auf Lockerböden, Ruinen-, Schutt- und an Bahnstrecken. Sie liebt Böden, die nährstoffreich und feucht sind. Am besten gedeiht sie auf gut versorgten Lehmböden. Ihr Stängel erreicht Höhen von 30 cm (0,30 m) bis 50 cm (0,50 m) und sie blüht von Juni bis Oktober. Durch Kultivierung der Ringelblume wurde sie weit über Deutschland und den Niederlanden angebaut aber auch Ägypten, Ungarn, Polen und die Balkanländer.

Für den Garten: Man sollte schon viel und ausreichend Platz in seinem Garten haben, damit man ein kleines Feld anlegt, um genügend Blüten ernten zu können, die man später für die Heilmedizin verwenden kann. Als Zierblume wird sie dennoch gern in den Gärten angepflanzt wegen ihrer orangegelben Blütenköpfe sehen einfach schön aus. Der Volksmund hat die Blüte gern dazu verwendet um die Frage zu stellen: „Sie liebt mich, Sie liebt mich nicht“ usw. Eine Bauernregel beschreibt, dass das Abpflücken der Blumen Gewitter heraufbeschwört. Bei Bauern stand die Ringelblume in hohem Ansehen, weil sich mit ihrer Hilfe das Tageswetter voraussagen ließ. Waren die Blüten zwischen 6 und 7 Uhr bereits geöffnet, so versprach dies einen schönen sonnigen Tag, waren sie aber nach 7 Uhr noch geschlossen, so musste mit Regen gerechnet werden.

Heilwirkung: Ringelblumen werden zu Tees, Tinkturen und Salben verarbeitet. Sie wird bei Leberleiden, Geschwüren und schlecht heilenden Wunden eingesetzt. Ihr Vorteil ist die Reizlosigkeit, keine bzw. kaum Nebenwirkungen.

Naturheilpflanzen 36. Folge

Rettich (Raphanus sativus) auch: schwarzer oder weißer Rettich

RettichJPG

 

Rettich kommt besonders in Europa, Nordamerika und Ostasien vor. Selten kommt er verwildert vor, bleibt jedoch unbeständig. Er bevorzugt nährstoffreiche und sandige Böden. In Mitteleuropa werden hauptsächlich zwei Unterarten kultiviert. Radieschen oder Sommer-Rettich, hierzu zählen auch Knollen- bzw. Eiszapfen-Rettich. Sie unterscheiden sich in Speise-Rettich oder Winter-Rettich. Eine ein- bis zweijährige Pflanze wird etwa die Höhe von 30 cm (0,30 m) bis 100 cm (1,00 m) erreichen. Die Blütezeit ist im Mai und Juni. Im Mittelalter wurde er auch in Deutschland erwähnt und in den Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts abgebildet.

Für den Garten: Die Aussaat von Sommerrettichen erfolgt ab März. Beispielsweise nach Feldsalat oder Kopfsalat. Rettich gilt als verträglicher Nachbar und kommt im Hausgarten meist mit den anderen Pflanzen zurecht. Der Gartenfreund empfiehlt, den Boden zwischen den Reihen regelmäßig aufzulockern. Es sollte gleichmäßig gegossen werden. Ab Ende Juni kann der Rettich für die Herbsternte ausgesät werden. Vom Garten-Rettich wird die Wurzel als Gemüse genutzt. Aus den Samen des Rettichs wird Pflanzenöl gewonnen. Beim Schlangenrettich werden die Schoten als Gemüse gegessen.

Heilwirkung besitzt der frische Rettich bzw. der Presssaft. Der Saft bindet die Gallen- und Magensaftsekretion und wirkt dabei auch antimikrobiell. Bei empfindlichen Personen sind allerdings nach der Anwendung größerer Mengen, durch die Senföle, Reizungen der Magen- und Darmschleimhaut möglich. Am stärksten wirkt der Saft bei frisch geernteten Rettich von dem man 3 mal täglich einen Esslöffel zu sich nimmt. Weiterhin besitzt die Knolle auch einen guten Anteil an Vitamin C.lachend

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