Naturheilpflanzen 45. Folge

Thymian (Thymus vulgaris) auch Quendel

Der Thymian ist ebenfalls ein vorzügliches Kräutlein“ sagt der Heilkrautmediziner von dieser alten Heilpflanze. Der echte Thymian stammt aus den Mittelmeerländern und wächst dort an den Küsten des Meeres in großen Mengen, wie bei uns das Heidekraut. Man pflanzt ihn bei uns auch in den Gärten als Würzkraut an. Dann aber ist er viel kleiner und weniger aromatisch, reicht aber für den Küchengebrauch aus! Die Heimatgebiete liegen in Afrika, Europa und in Asien. Das Zentrum der Arten ist der Mittelmeerraum. Verschiedene Arten und ihre Sorten werden in Gärten und Gartenbaubetrieben angebaut. Die Thymianpflanzen bevorzugen helle und trockene Standorte mit nährstoffarmen und sandigen Böden und finden sich an Wegrändern, auf trockenen Wiesenflächen und auf Mauern.

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Für den Garten: Wie schon erwähnt ist der Thymian auch im Gartenbereich als Küchengewürz ein schöner Anblick. Mit seinen vielen kleinen Blüten in weiss oder lila macht er einen dekorativen Anblick.

Heilwirkung : Auch hier sind es die ätherischen Öle, die hier zum Einsatz kommen. Bei Erkältungen der Atemwege, bei verkrampften schweren Husten (Keuchhusten) bei Asthmatikern mit Bronchialkatarrh und Kranken mit chronischer Lungenerweiterung.

 

 


 

Naturheilpflanzen 44. Folge

Wacholder (Juniperrus communis) auch: Gemeine Wacholder, Heide-Wacholder, Machandelbaum, Kranewittbaum, Reckholder, Weihrauchbaum, Feuerbaum, Quickholder, Reckholder, Kranawitterstrauch, Krammetsbaum, Kaddig, Kranewitt, Kronabit, Machandel, Jochandel, Räucherstrauch, Wachandel, Wachtelbeerstrauch.

Die Wacholderbeere, wer kennt sie nicht? Als Räucherwerk verbreitet sie im Zimmer und Gängen angenehmen Geruch und verbessert die Luft. Der Wacholder wächst bei uns überall, auf Heiden und in Kiefernwäldern. Regionen seiner Heimat erstrecken sich von Nordamerika über Südgrönland, Nordafrika, Europa und Asien. Selbst in den nördlichsten Randgebieten Südasiens ist er anzutreffen und besiedelt mit seinen sieben Varietäten Lebensräume bis zu 4.050 m Höhe.

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Wacholder wächst als aufrechter Strauch oder kleiner Baum, der Höhen bis zu 1200 cm (12,00 m) erreicht. Ein Stammdurchmesser von 90 cm (0,9 m) ist nicht selten und ein tief reichendes Wurzelsystem gibt der Pflanze den nötigen halt. Er kann bis zu 600 Jahre alt werden. Der Stamm besitzt eine grau- bis rotbraune Borke. Der Wacholder bildet in der Regel eine schmale kegelförmig bis ovale Krone. Er hat nadelförmigen Blätter am Zweig.

Wacholderbeeren sind ein wichtiges Gewürz in vielen europäischen Küchen, besonders in den Alpenländern, wo er massenhaft vorkommt. Der Wacholder war der Baum des Jahres 2002.

Wacholderbeeren und –nadeln wird eine leichte Giftigkeit zugeschrieben, weshalb Personen mit Nierenschwäche und auch Schwangeren von der Verwendung von Wacholder, z. B. als Gewürz, abgeraten wird. Die Beeren enthalten ätherisches Öl, welches der Hauptwirkstoff ist. Die hautreizende und durchblutungssteigernde Wirkung empfiehlt sich bei innerer Anwendung im Zusammenhang mit Verdauungsbeschwerden. Wenn die Droge sachgerecht angewandt wird, sind Nierenreizungen nicht zu befürchten. Bei Überdosierung kann es zu Reizungen der Niere kommen. Wacholderöl findet sich auch als Bestandteil von Einreibungen, Salben und Linimenten.

Für den Garten: Der Wacholder wird häufig als Zierstrauch zum Beispiel in Friedhöfen verwendet. Für die Verwendung als Zierstrauch gibt es zahlreiche Gartenformen, die sich in Wuchshöhe, Wuchsform, ja sogar in der Farbe der Nadeln voneinander unterscheiden.

Naturheilpflanzen 43. Folge

Rosmarin (Rosmarinus officinalis) auch Meertau genannt.

"Ein Sträußchen Rosmarin darf am Hochzeitstage keinem Gaste fehlen, eine Schande aber wäre es nicht minder, wenn dem Sammler und Naturfreund für die Hausapotheke dieses würzige Kraut entginge". Auch der Rosmarin stammt aus den Mittelmeerländern und war Heilpflanze des Jahres 2000 und 2011 in Deutschland. Rosmarin ist ein immergrüner, buschiger und verzweigter Strauch, der intensiv aromatisch duftet. Der Strauch erreicht eine Wuchshöhe von 50 cm (0,5 m) bis 200 cm (2,00 m) und kann über`s Jahr mehrmals blühen und die Blüten bekommen hellblau oder rosaweisse Farben.

Für den Garten: Der Rosmarin wird gerne als Zierpflanze an einem sonnigen, trockenen und möglichst kalkreichen Standort gepflanzt. In der Küche ist er auch schon sehr lange als Gewürzpflanze kultiviert. Die Anpflanzung erfolgt über Stecklinge, die man in Gärtnereien erwerben kann. Er braucht wenig Wasser und bildet einen guten Sichtschutz. Übrigens: Kölnisch Wasser enthält nach wie vor Rosmarinöl.

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In der Naturheilkunde wird Rosmarin innerlich als Tee zur Kreislaufanregung und gegen Blähungen verwendet, vor allem wirkt er anregend bei der Blutzufuhr sowie zu den Organen des Unterleibs und der Bildung von Magen- und Darmsaft. Auch wirkt die Droge galle- und harntreibend und findet als Tee Anwendung als Appetitanreger. Zu hohe Dosen können Rauschzustände und Krämpfe auslösen. Tagesdosen von 6 g Blätter für Teeaufgüsse, 20 Tropfen ätherisches Öl und 50 g für Bäder sollten nicht überschritten werden. Schwangeren wird generell von der Einnahme abgeraten. Äußerlich wirkt Rosmarin durchblutungssteigernd und wird daher zu Bädern sowohl bei Kreislaufschwäche, Durchblutungsstörungen als auch bei Gicht und Rheuma (beispielsweise als Rosmarinspiritus) gebraucht. Als Bademittel wirkt der Aufguss desinfizierend und fördert den Heilungsprozess von schlecht heilenden Wunden.

Naturheilpflanzen 42. Folge

Bitterklee (Menyanthes trifoliata) auch: Sumpfklee, Fieberklee

BitterkleeDer Bitterklee wächst auf moorigen Wiesen, auch im Moor selbst zwischen Torfmoos. Seinen Namen hat er daher, dass die Blätter dreizählig sind wie beim Klee. Aber sie sind sehr viel größer und auch anders geformt. Im Übrigen hat der Bitterklee mit den Kleegewächsen nichts zu tun; er gehört zur Familie der Enziangewächse. Der Bitterklee wächst als ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 30 cm (0,30 m) erreicht. An freien Ufern wächst er halb untergetaucht manchmal weit ins Flachwasser als Sumpfpflanze. In Mitteleuropa reicht die Blütezeit von Ende April bis Juni, die Fruchtreife von Juni bis Juli.

Verwandt werden vom Bitterklee die Blätter. Man bereitet daraus Tee in der üblichen Weise. Einen Teelöffel Droge (sind die Blätter) auf eine Tasse Wasser heiß übergießen und eine Weile ziehen lassen. Als Heildroge dienen die getrockneten Laubblätter der blühenden Pflanze.

Als appetitanregendes Mittel wird dieser Tee vor den Mahlzeiten lauwarm oder kalt getrunken, langsam und schluckweise.

 

Für den Garten: Eine Pflanze die viel Arbeit macht, da sie an sehr feuchten Stellen angepflanzt wird und ständig nassen Nährboden braucht.

Naturheilpflanzen 41. Folge

Lavendel (Lavandula officinalis)

Lavendel ist eine Pflanze der Mittelmeerländer. Kleine blaue Blüten und schmale Blätter lassen sie äußerlich unscheinbarer aussehen, als manche der schönen anderen Pflanzen, mit denen sie auf den trockenen Hängen am Mittelmeer zusammen vorkommt, wie der Salbei, der Melisse oder dem Thymian. Sie hat einen durchdringenden Geruch, der von einem wertvollen ätherischen Öl herkommt. Aus diesem Grund spielt das Lavendelöl in der Parfümerie eine große Rolle. Aber auch medizinisch wird es verwandt. Nach den älteren Namen Lavandula spica wird es auch Spiköl genannt. Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von etwa 1,00 m (100 cm), die Blüten sind violett gefärbt und die Blütezeit ist von Juni bis August. Er wächst vereinzelt bis zur Waldgrenze an trockenen und felsigen Hängen. Heute ist er in ganz Südeuropa verbreitet. Benediktiner-Mönche führten ihn nördlich der Alpen ein. Naturheilvereine wählte den Echten Lavendel zur Heilpflanze des Jahres 2008.

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Für den Garten: Lavendel ist für den Gartenfreund eine Bereicherung und sollte in keinem Garten fehlen. Wenn man seine Blätter zusammendrückt kann man sofort seinen starken angenehmen Geruch an den Fingern riechen. Er ist pflegeleicht und braucht ein sonnigen Platz, Wasser und wenig Dünger.

Anzuwenden: Verwendung findet Lavendel bei Verdauungsstörungen, Blähungen und Übelkeit. Warme Bäder mit Lavendelöl sind besonders bei vegetativer Dystonie (unwillkürliche Nervensystemänderung wie Blutdruck, Puls, Atmung und Verdauung) und Beschwerden in den Wechseljahren ratsam. Bei Unruhezuständen und Schlafstörungen ist Lavendelöl auch zu empfehlen. Einreibungen mit Lavendelöl wirken vorwiegend hautreizend und dienen deshalb zur Bekämpfung rheumatischer Beschwerden und als Badezusatz bei funktionellen Kreislaufstörungen. Wegen seiner antibakteriellen Eigenschaften ist Lavendelöl auch in Gurgellösungen enthalten. Lavendel findet auch seine Berechtigung in der Küche, wo Gerichte gekocht werden, die man mit Lavendelaromen abschmeckt. Weiterhin ist es gut für insektenabweisende Effekte. Dazu werden am besten Lavendelblütensäckchen zwischen die Wäsche gelegt. Das mögen Motten und andere Schädlinge garnicht.