Naturheilpflanzen 53. Folge

Echter Hafer oder Saat-Hafer (Avena sativa)
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Wer kennt sie nicht? Haferschleimsuppe, nahrhaft, leicht verdaulich und gut verträglich. „Ein tüchtiges Sieden entzieht den Haferkörnern – auf gleiche Weise kann Gerste behandelt und gebraucht werden – die innen wohnende Kraft. Solches Getränk, bekömmlich, aufbauend, kühlend bei vorhandenen inneren Hitzen, ist für Rekonvaleszenten, die zum Beispiel durch die Blattern, durch den Typhus und anderen ähnlichen Krankheiten übermäßig entkräftet und geschwächt wurden ein vorzügliches Nährmittel, ein wahres Labsal.“ Hafer ist eine krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 0,60 m ( 60 cm) bis 1,50 m (150 cm) erreicht. Der früheste Nachweis für den Haferanbau ist durch die bronzezeitlichen Pfahlbausiedlungen in der Schweiz belegt. Bereits die Germanen schätzten den Hafer. Die Römer bezeichneten die Germanen verächtlich als Haferfresser. Die Bedeutung des Hafers wird auch darin deutlich, dass er in deutschen Familiennamen vorkommt, z.B. Haferkamp. Um etwa 5000 v. Chr. sind die ältesten Nutzungsnachweise von Hafer in Polen und der nördlichen Schwarzmeerregion zu finden. Die ersten Nutzungsbelege in Mitteleuropa lassen sich auf 2400 v. Chr. datieren. In Deutschland war Hafer bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts nach Roggen die wichtigste Getreideart. Heute ist der Haferanbau in Deutschland gegenüber den anderen Getreidearten von untergeordneter Bedeutung.
 
Produkte des Hafers sind Stroh, Haferflocken, Hafermilch, Hafermehl, verschiedene Extrakte für die Medizin, eine Chemikalie, die aus den Spelzen gewonnen wird. Haferflocken können roh oder gekocht verzehrt werden und sind leicht verdaulich. Weiterhin lassen sich aus ihnen Hafergrütze und Hafermehl herstellen. In der Schon- und Diätkost werden mit Hafer verschiedene Beschwerden behandelt. Dazu zählen, Magen-Darm-Leiden, Gallen- und Nierenerkrankungen sowie Rheuma- und Kreislaufbeschwerden. Der regelmäßige Genuss von Hafer bzw. Haferkleie, z. B. in Form von Haferflocken, kann den Cholesterinspiegel des Blutes senken. Haferstrohbäder helfen gegen Hautverletzungen. Haferextrakte oder Hafersaft werden auch in der Raucherentwöhnung verwendet. Die Ballaststoffe sind wahrscheinlich dafür verantwortlich, dass Hafer cholesterinsenkend und gegen Arterienverkalkung wirkt. Der beruhigende Effekt des Hafers beruht auf dem im Hafer enthaltenen Gramin.
 
Für den Garten: Ungeeignet, Hafer bevorzugt ein gemäßigtes Klima mit hohen Niederschlägen. Sein Anbau findet in den Mittelgebirgen, im Alpenvorland und in den Küstenregionen statt.
 
Guten Appetit!

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