Naturheilpflanzen 52. Folge

Tanne und Fichte (Abies alba und Picea excelsa) auch Edeltanne oder Silbertanne

„Da sagen wir nun, dass in den Tannen eine ungemein große Heilkraft verborgen liegt. Es ist dies keine leere Behauptung. Nein, ich habe dieses Mittel an den vielen Leidenden erprobt, die Jahr für Jahr nach Wörishofen kommen. Darum liebe Leser kann ich euch den Wert der Tannenzapfen nicht genug ans Herz legen und euch empfehlen, auch diesen ein Plätzchen in der Hausapotheke einzuräumen.“ (Zitat von Kneipp)

Medizin und Heilkraft: Bereits seit der Antike wird die Weiß-Tanne als Arznei- und Heilpflanze genutzt. In der mittelalterlichen Kräutermedizin galt die Art als Symbol der Kraft. Es wurden vor allem die Nadeln, Triebe, Zapfen, Samen sowie das Harz genutzt. Das Harz wurde verwendet, um die Wundheilung zu beschleunigen und Rheuma zu behandeln. Es wurde ihm auch durchblutungsfördernde Wirkung zugeschrieben. Das Kauen des Harzes sollte das Zahnfleisch festigen und gegen Zahnverfall helfen. Aufgüsse, so genanntes „Tannenbier“, wurden im 16. und 17. Jahrhundert gegen Skorbut verabreicht. Sebastian Kneipp empfahl Tannentee aus frischen Trieben, um den Auswurf bei Husten und Verschleimung zu fördern und die Lunge zu stärken. Aus den Zapfen wurde durch Wasserdampfdestillation Templinöl gewonnen, welches äußerlich gegen Bindehautentzündungen, Blutergüsse, Muskelkater sowie Muskelzerrungen eingesetzt wurde. Die Weiß-Tanne war im Jahr 2004 Baum des Jahres in Deutschland.

TanneJPG

Für den Garten: Die Weiß-Tanne vermehrt sich nur über Samen, jedoch Stecklingsbewurzelungen sind möglich. Günstige Böden, für die Ansamung von Weiß-Tannen sind mäßig frische und humusreiche Oberböden mit einer lockeren oder deckenden Moosschicht. Vor allem auf kalten, nassen und tonigen Böden ist die Weiß-Tanne allen anderen heimischen Baumarten überlegen. In schattigen Lagen verläuft das Wachstum sehr langsam, darum sollte ein Platz gewählt werden, der viel Sonne am Tag abbekommt.

Aber nicht vergessen, die Wuchshöhe liegt bei 30,00 m (3000 cm) und kann bei sehr guten Bedingungen, auch bis über 60,00 m (6000 cm) betragen. Die Art kann ein Höchstalter von 500 bis 600 Jahren erreichen.

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