Naturheilpflanzen 51. Folge

Salbei (Salvia officinalis) auch Garten-Salbei, Küchensalbei, Wiesensalbei oder Heilsalbei

„Wer ein Gärtchen beim Hause hat, wird, wenn er es neu anlegt, den Salbeistock nicht vergessen; er ist eine hübsche Zierpflanze.“ (Zitat von Kneipp) Aber auch als Heilpflanze ist der Salbei uralt und bewährt. Die Blüten sind bläulich, verhältnismäßig klein, jedenfalls weit unscheinbarer als bei unserer schön und groß blaublühenden Wiesensalbei.SalbeiJPG Der Salbei wird ein bis 80 cm (0,80 m) hoher Halbstrauch seiner Gattung. Die immergrüne Gewürz- und Heilpflanze stammt aus dem Mittelmeerraum, ist aber über die Jahrhunderte in ganz Europa verbreitet. Die Verwendung von Salbei als Heilmittel hat eine lange Tradition. Als Gewürz hielt er erst im Mittelalter Einzug in unsere Küche, geriet jedoch rasch in den Ruf, zu den Kräutern zu gehören, die das Ranzigwerden von Fetten verhindern.
 
Die Ärzte und Heilkundigen des Mittelalters schätzten den Salbei jedoch auch aus anderen Gründen. Sie verwendeten ihn bei akutem Fieber, Harnwegsleiden, Koliken, Erkältungen und Zahnschmerzen. Dem Salbei sagte man eine desinfizierende und konservierende Wirkung nach. So wurden die Zimmer, in denen sich Schwerkranke aufhielten, dadurch gereinigt, dass man Salbeiblätter auf Kohle verbrannte. Salbei gehörte früher auch zu den Mitteln, die Schwangeren helfen sollten. So empfahlen die Hebammen in ihrem 1671 erschienen Geburtshandbuch, dass eine Schwangere jeden Morgen ihren Körper mit einem mit Salbei gewürzten Ale stärken solle. Auch Hippokrates verwendete Salbei als Uterus-Heilmittel. Während der großen Pestepidemie von Toulouse im Jahre 1630 begannen Diebe ohne Furcht vor Ansteckung die Leichname auszuplündern. Sie wurden gefasst und die Ratsherren schenkten ihnen für die Preisgabe ihres Geheimnisses das Leben. Sie verwendeten in Essig eingelegten Salbei und ein wenig andere Zutaten wie Thymian, Lavendel und Rosmarin. Zum Schutz vor der Pest rieben sie sich damit den ganzen Körper ein. Ein Jahrhundert später in Marseille bewährte sich diese Methode, als andere Gauner diesem Beispiel folgten.
Für den Garten: Der Salbei ist wie schon anfangs erwähnt eine schön aussehende Zierpflanze, die man unbedingt anpflanzen sollte. Salbei ist eine Pflanze der Bauern. Alle seine Pflanzenteile haben einen starken aromatischen Geruch. Als wärmeliebende Pflanze ist er in Mitteleuropa nur bedingt winterhart und benötigt in klimatisch rauen Lagen Winterschutz. Er ist daher wenig konkurrenzfähig zu Wildpflanzen und nur selten verwildert anzutreffen. Der Echte Salbei gedeiht am besten auf kalkreichem, steinigem und trockenem Boden und blüht von Mai bis Juli.

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