Der kleine Regenbogen - eine ironische Geschichte

 regenbogen
Es war einmal ein kleiner Regenbogen. Er wollte hoch hinaus. Höher und höher – obwohl er sich schon in den Wolken befand.

Dabei schob er auch rücksichtslos andere Wolken beiseite. Das ging solange gut, bis er eines Tages aus allen Wolken fiel.

Die Moral der Geschicht': Fremde Wolken verschiebt man nicht!

Oder: Wer rücksichtslos hoch hinaus will, kann dabei sehr tief fallen.


von Teddy


Bild: Teddy

Die drei Spatzen

Spatz verkleinertIn einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.
Der Erich rechts und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.

Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber, da schneit es, hu!
Sie rücken zusammen dicht, ganz dicht.
So warm wie der Hans hat's niemand nicht.

Sie hör'n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.

 

Christian Morgenstern

Deutscher Dichter

6. Mai 1871 - 31. März 1914

Bild: wikipedia, Hochgeladen von Kookaburra (CC-BY-SA 3.0)

weinachts gedicht

coolLieber guter Weihhnachtsmann schau mich nicht so böse an stecke deine Rute ein ich werde immer artig sein

Blätterfall (von Christian Morgenstern)

Herbst 2014 Foto Harrybaer Artikel Gedicht Christian Morgenstern verkleinertDer Herbstwald raschelt um mich her.
Ein unabsehbar Blättermeer
Entperlt dem Netz der Zweige.
Du aber, dessen schweres Herz
Mitklagen will den großen Schmerz:
Sei stark, sei stark und schweige!

Du lerne lächeln, wenn das Laub
Dem leichteren Wind ein leichter Raub
Hinabschwankt und verschwindet.
Du weißt, dass just Vergänglichkeit
Das Schwert, womit der Geist der Zeit
Sich selber überwindet.

 

Christian Morgenstern

Deutscher Dichter, Schriftsteller und Übersetzer

6. Mai 1871 – 31. März 1914

 

Foto: © Harrybär

Herbst in der Familie

Herbst in der Familie

 

Die Mutter sagt: "Ich mag den Herbst, er ist ein Vagabund,
und zieht vorbei mit Windmusik, dazu ist er schön bunt."

Der Vater meint: "Na ja, der Herbst, der bringt den Nebel her,
die Tage werden grau und trüb, das stört beim Autofahren sehr."

"Der Herbst ist doch sehr angenehm", mischt sich der Opa ein,
"die schwüle Hitze ist vorbei, bald gibt es neuen Wein!"

Die Oma sagt: „Es ist zu kalt, um draußen noch zu sitzen.
Ich mag auch nicht den starken Wind, der zieht durch alle Ritzen."

Das Kind singt laut: "Ich lieb' den Wind und auch den Krähenschwarm,
und ist es draußen für mich kalt, wird's mir im Hause warm.

Der Hund am warmen Ofenplatz schaut in das Dämmerlicht.
Die Jahreszeit ist ihm egal, zu ändern ist sie nicht.

 

Autorin Monika Rieger