Ein Gedicht zu Sankt Martin

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin

ritt durch Schnee und Wind,

sein Roß, das trug ihn fort geschwind,

Sankt Martin ritt mit leichtem Mut,

sein Mantel deckt ihn warm und gut.

 

Im Schnee, da saß ein armer Mann,

hat Kleider nicht, hat Lumpen an;

„Oh helft mir doch in meiner Not,

sonst ist der bittre Frost mein Tod.“

 

Sankt Martin zieht die Zügel an,

das Ross bleibt steh'n beim alten Mann,

Sankt Martin mit dem Schwerte teilt

den warmen Mantel unverweilt.

 

Sankt Martin gibt den halben still,

der Bettler rasch ihm danken will,

Sankt Martin aber ritt in Eil'

hinweg mit seinem Mantelteil.

Halloween Kürbisgeist Spruch

Halloween Kuerbiskopf verkleinertGeister durch die Straßen ziehen.
Heute Abend ist Halloween.
Die Angst schleicht von Haus zu Haus und klingelt alle Leute raus.
Der Kürbisgeist hat uns geschickt, und so sind wir hier angerückt.
Wir schreien, zischen und wir heulen, tanzen den Hexenringelreien.
Gebt ihr uns etwas Süßes aus, ziehen weiter wir ins Nachbarhaus.



Quelle: http://www.gute-witze.at
Bild: Zurechtgeschnittene Rübe zu Halloween - LoKiLeCh (CC-BY-SA 3.0)

Abschiedslied der Zugvögel (Hoffmann von Fallersleben)

Voegel Zugvoegel OriginalWie war so schön doch Wald und Feld!
Wie ist so traurig jetzt die Welt!
Hin ist die schöne Sommerzeit
Und nach der Freude kam das Leid.

Wir wussten nichts von Ungemach,
Wir saßen unterm Laubesdach
Vergnügt und froh im Sonnenschein
Und sangen in die Welt hinein.

Wir armen Vögel trauern sehr:
Wir haben keine Heimat mehr,
Wir müssen jetzt von hinnen flieh'n
Und in die weite Fremde zieh'n.



Hoffmann von Fallersleben

Deutscher Dichter
2. April 1798 - 19. Januar 1874

 

Bild: Ziehende Kraniche - Andreas Trepte, www.photo-natur.de (CC-BY-SA 2.5 US)

Beim Regen (Hoffmann von Fallersleben)

Regen Regenschauer verkleinertLiebe Sonne, scheine wieder,
Schein' die düstern Wolken nieder!
Komm mit deinem goldnen Strahl
Wieder über Berg und Tal!

Trockne ab auf allen Wegen
Überall den alten Regen!
Liebe Sonne,  lass dich sehn,
Dass wir können spielen gehn!

 

Hoffmann von Fallersleben

Deutscher Dichter
2. April 1798 – 19. Januar 1874


Bild: Tomasz Sienicki, eigenes Werk / CC-BY-SA 3.0

Der König in Thule

Whiskey barrelsEs war ein König in Thule,
Gar treu bis an das Grab,
Dem sterbend seine Buhle
Einen goldnen Becher gab.

Es ging ihm nichts darüber,
Er leert' ihn jeden Schmaus;
Die Augen gingen ihm über,
So oft er trank daraus.

Und als er kam zu sterben,
Zählt' er seine Städt' im Reich,
Gönnt' alles seinen Erben,
Den Becher nicht zugleich.

Er saß beim Königsmahle,
Die Ritter um ihn her,
Auf hohem Vätersaale,
Dort auf dem Schloß am Meer.

Dort stand der alte Zecher,
Trank letzte Lebensglut,
Und warf den heil'gen Becher
Hinunter in die Fluth.

Er sah ihn stürzen, trinken
Und sinken tief ins Meer,
Die Augen thäten ihm sinken,
Trank nie einen Tropfen mehr.

 

Das Gedicht wurde 1774 von Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832 in Weimar) geschrieben.

 

Whiskey barrels. jpg., Bild gesehen in Wikipedia, GNU-Lizenz für freie Dokumentation, User: Ahoerstemeier